Neugierig sein und Chancen packen

Cathy O’Neill ist die einzige HSG-Studentin, die 2021 unter mehr als 10’000 Bewerbungen eines der begehrten Praktika im Rat der Europäischen Union ergatterte. Dass ihr dies gelang, hat auch damit zu tun, dass sie sich auf Themen einliess, die sie anfangs wenig interessierten. Heute weiss sie: Auch ohne konkreten Plan kann man ans Ziel kommen.

Von: Djulijana Kilic | Datum: 08. August 2022 | Lesedauer: 5 Min

Als Cathy O’Neill ein Austauschsemester an der Universität Konstanz absolvierte, hörte sie zum ersten Mal von der Universität St.Gallen. Der gute Ruf und die grosse Bekanntheit machten sie neugierig. Am Info-Tag besuchte sie die Präsentation des Masterprogramms in International Law und wusste: Das ist das Richtige. Sie war die erste Irin, die ein Stipendium für dieses Masterprogramm erhielt.

Für Cathy war damals noch nicht klar, wohin sie ihre berufliche Reise führen sollte. Sie wollte vor allem möglichst viel ausprobieren. Über einen Instagram-Post wurde sie auf die Praktikumsstelle beim Rat der Europäischen Union in Brüssel aufmerksam. Erst später erfuhr sie, dass sich darauf mehrere Tausend Personen beworben hatten. Bevor sie ihre Bewerbung abschickte, kämpfte sie mit dem «Imposter-Syndrom», dem Gefühl, nicht gut genug für die Stelle zu sein. Obwohl sie es natürlich war, denn einige Monate später kam die Zusage. In dieser Zeit arbeitete sie gerade in einem Praktikum bei Ferrero und hatte dort sogar ein Jobangebot bekommen. Dieses lehnte sie zugunsten des Angebots aus Brüssel ab. «Das war meine ‹Once in a lifetime›-Chance, und ich bin sehr glücklich, dass ich sie genutzt habe», resümiert Cathy.

« Das war meine ‹Once in a lifetime›­Chance, und ich bin sehr glücklich, dass ich sie genutzt habe.»

Vorbereitungen für Präsidenten
In ihrer Abteilung, e-Justice, ging es vor allem um das Thema künstliche Intelligenz und die verschiedenen europäischen Regulatorien, die damit zusammenhängen. Ein Highlight während ihres fünfmonatigen Praktikums in Brüssel war, dass Cathy sowohl den slowenischen als auch den französischen Präsidenten dabei unterstützte, ihre Argumentationen bezüglich der Machbarkeit von Projekten rund um das Thema künstliche Intelligenz vorzubereiten. «Vor meinem Bachelorstudium habe ich digitale Themen stets gemieden und mich vor allem auf Menschen- und Gesellschaftsrechte fokussiert», erzählt Cathy. Das Interesse für digitale Themen sei erst während ihrer Tätigkeit bei Ferrero aufgekommen: «Da merkte ich, dass ich in diesem Gebiet den grössten Impact erzielen kann.» Mit Unterstützung ihres Teams leitete sie bei Ferrero Workshops und unterrichtete ältere Kolleginnen und Kollegen, wie sie mit digitalen Themen umgehen sollen. Ihr Fazit: «Es war eine grossartige Erfahrung.»


Extracurriculares Engagement
Einen weiteren Schwerpunkt, den sie während ihres Studiums in
St.Gallen entdeckte – und mittlerweile eine Herzensangelegenheit –, sind die Menschenrechte. Während der Pandemie hatte Cathy aufgrund ausgefallener Präsenzvorlesungen einen Kurs zum Thema «Human Rights: The Rights of Refugees» bei Amnesty International absolviert. «Ich bin wunderbaren Personen begegnet, habe viel über den Unterschied zwischen Flüchtenden und Migrantinnen und Migranten und über das Diskriminierungsgesetz gelernt.» Das hat sie inspiriert, sich weiter mit dem Thema zu befassen und es für ihre beruflichen Ziele ganz oben auf die Liste zu setzen.
Cathy beschreibt sich als offene, freundliche Person, die gern neue Leute kennenlernt. Sie hat bereits in sechs Ländern gelebt, ist neugierig und stellt sehr viele Fragen. Nach ihrem Abschluss möchte sie in der Schweiz in einer internationalen Anwaltskanzlei oder einem internationalen Unternehmen arbeiten. Ihr langfristiges Ziel: die Anwaltsprüfung in Irland absolvieren. 

Cathys Tipps

  • Wenn ihr die Chance habt, studiert im Ausland. Versucht, euch international aufzustellen.
  • Sammelt Erfahrungen in möglichst diversen Arbeits­umfeldern.
  • Bleibt offen für andere Möglichkeiten.

Cathy O’Neill hat im Mai 2022 das Masterprogramm in International Law (M.A. HSG) an der Universität St.Gallen abgeschlossen und arbeitete zuvor beim Rat der Europäischen Union in Brüssel.

DANKE!

Wie mir das CSC geholfen hat

«Ich war sehr dankbar für die Unterstützung der Career Coaches. Vorher hatte ich noch nie ein Videointerview und war deshalb etwas nervös, als mich Ferrero zu einem Online-Interview einlud. Dank des Trainings und der vielen hilfreichen Tipps war ich optimal vorbereitet und konnte brillieren. Zudem hatte ich vorher kein LinkedIn-Profil und entschied mich, an einem Workshop teilzunehmen, um mein Profil korrekt aufzubauen. Das CSC und die Career Coaches sind einfach fantastisch. Vielen Dank!»

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