Karrieremöglichkeiten bei der EDA

Das Studium der Staatswissenschaften, Fachrichtung Internationale Beziehungen, an der HSG hat mir einen sehr abwechslungsreichen Berufsweg ermöglicht, mit vielen bereichernden Lebenserfahrungen in unterschiedlichen Kulturen. Ein Bericht von Ruth Huber. 

Nach dem Master-Abschluss 1991 zog es mich sofort ins Ausland. Nach vier Jahren als Delegierte des IKRK trat ich 1996 in die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, DEZA, im EDA ein. Die ersten 6 Jahre habe ich von Bern aus die Entwicklungsprogramme in verschiedenen Ländern Lateinamerikas unterstützt. Seither wechseln sich meine Einsätze im Ausland und in Bern ab. Als Angehörige der versetzbaren Karriere der Internationalen Zusammenarbeit habe ich bisher auf drei verschiedenen Kontinenten gearbeitet, in je 3-4 Jahres-Einsätzen in Bolivien, Laos und Zimbabwe, und bin jetzt wieder für eine ganz andere Weltregion zuständig: für die Entwicklungsprogramm in den Ländern Osteuropas.

In den verschiedenen Einsätzen konnte ich rasch Verantwortung übernehmen und mich immer wieder in neue Themen einarbeiten. Ich empfinde es als sehr befriedigend einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen und Entwicklungsperspektiven in den Einsatzländern und gleichzeitig zur Umsetzung der Schweizer Aussenpolitik leisten zu können.

Durch die Förderung der Durchlässigkeit zwischen den Karrieren innerhalb des EDA ermöglichen sich auch neue Entwicklungsmöglichkeiten im diplomatischen Bereich. So konnte ich als Schweizer Botschafterin in Zimbabwe alle Aspekte der bilateralen Beziehungen vertreten.

Die Arbeit in unterschiedlichen Kontexten und Aufgabenfeldern hat mich gefordert, immer wieder dazu zu lernen und meine sozialen, methodischen und Führungs-Kompetenzen zu verbessern: in der Kommunikation mit unterschiedlichsten Adressaten, von Menschen in Armenvierteln zu Staatspräsidenten, sowie an Medien oder das Schweizer Parlament, in der strategischen Planung und dem Monitoring von Entwicklungsprogrammen und in der Führung interkultureller Teams.

Ich empfehle diesen Berufsweg allen, die Freude haben am Kontakt mit anderen Menschen und Kulturen, die breit interessiert sind an wirtschaftlichen, sozialen und politischen Zusammenhängen und die bereit sind, die Schweiz und ihre Aussenpolitik zu vertreten. Es ist jedoch wichtig, sich bewusst zu sein, dass die Versetzungen auch von Partner und Familie viel Flexibilität und Offenheit für andere Kulturen verlangen. Wer diesen Berufsweg einschlagen möchte, sollte an seinen Fremdsprachenkenntnissen arbeiten - nicht zu vergessen auch in mindestens einer zweiten Landessprache – und sich frühzeitig darum bemühen, Arbeitserfahrung im Ausland zu sammeln, z.B. im Rahmen eines Hochschulpraktikums in einer Schweizer Botschaft, des UN Volunteer Programms oder in einer lokalen Organisation in einem Entwicklungsland. Auch Arbeitserfahrung im Privatsektor ist eine wertvolle Grundlage und kann neue Blickwinkel und Ansätze in die Arbeit im EDA und in der Entwicklungszusammenarbeit einbringen.

Mir hat die Arbeit im EDA, mit Schwerpunkt Internationale Zusammenarbeit, beruflich und persönlich vielfältige und wertvolle Erfahrungen gebracht, die ich nicht missen möchte, und ich kann diesen beruflichen Weg nur empfehlen.

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