Drei ehemalige Studierende der HSG berichten über ihren Jobeinstieg:
- Fabian Meyerhans (FM), Master in Business Innovation, Assistent Group CEO bei Stadler Rail AG
- Jessica Eberle (JE), Master in Marketing, Services & Communication, Verkaufsberaterin bei Hilti AG im Trade Stahl & Metall Ostschweiz
- Luca Looser (LL), Bachelor in Volkswirtschaftslehre, Praktikant bei der Schweizerischen Nationalbank

Was war für Sie rückblickend am hilfreichsten im gesamten Bewerbungsprozess? Was raten Sie den Studierenden?
FM: Beratungsgespräche mit dem CSC (Standortfindung, Prüfung der Unterlagen) haben mir Inputs und Selbstvertrauen gegeben. Die Resultate aus dem Assessment-Center-Training haben gezeigt, dass ich in so einem Test sehr gut abschneiden kann.

JE: Mich zu reflektieren und mir einzugestehen, dass ich nicht in die Beratungsbranche möchte, nicht in den Finanzsektor und nicht den ganzen Tag hinter dem Computer sitzen kann.
Mein Rat: So früh wie möglich Berufserfahrung sammeln (während der Ferienzeit – zwischen Matura und Bachelor und auch wieder zwischen dem Bachelor- und Masterstudium). So findet man ziemlich schnell heraus, was einem passt und was nicht. Und vor allem, was man braucht, um Höchstleistungen zu bringen.

LL: Das Wichtigste war für mich herauszufinden, welche Stellen mich aus welchen Gründen interessierten. Damit konnte ich gezielt jene Stelle finden, mit welcher ich mich identifizieren kann. Retrospektiv würde ich raten, sich genug Zeit zu lassen, um die richtige Stelle zu finden. Falls man sie gefunden hat, braucht es ein bisschen Mut, um sich zu bewerben und der Erfolg wird folgen.

Was konnten Sie aus dem Studium mitnehmen?
FM: Methodische Vorgehensweisen, Einblick in diverse Unternehmensbereiche (Finance, Management, Law, Controlling), unterschiedliche Geschäftsmodelle, Zusammenarbeit im Team und Grundlagenkenntnisse. Besonders hilfreich waren praxisbezogene Inputs sowie direkt wiederverwendbare Learnings (bspw. Erstellen von Präsentationen, neue Geschäftsmodelle 1:1 generieren oder die methodische Herangehensweise an Problemstellungen).

JE: Gruppenarbeiten – Handling verschiedener Anspruchsgruppen. Affinität zu neuen Technologien in der Marktforschung durch die Mitarbeit als Studentische Mitarbeiterin im Behavioral Lab.

LL: Inhaltlich konnte ich einiges mitnehmen. Da die Stelle sehr stark an das Studium anknüpft, waren die Vorlesungen wichtig. Weiterhin waren die Programmier- und Sprachkenntnisse hilfreich.

Was würden Sie rückblickend gesehen beibehalten oder sogar intensivieren?
FM: Beratung und externe Meinung beiziehen (z.B. CSC). Sich einen Mentor zutun  Hatte diesen seit dem Alter von 20 Jahren in Form eines ehemaligen Militärpiloten und jetzigen Wirtschaftsjuristen.

JE: Authentisch bleiben und so früh wie möglich dem Arbeitgebenden kommunizieren, was man braucht, um in einem Arbeitsumfeld glücklich zu sein und auch darauf zu bestehen.

Was würden Sie anders machen?
FM: Mich früher mit dem Thema Berufswahl auseinanderzusetzen. Es war jetzt genau so, wie es kommen musste und deshalb bin ich auch super froh. Nichtsdestotrotz wäre eine frühere Konsultation respektive Auseinandersetzung wünschenswert.

JE: Auslandsemester in französischsprechenden Raum absolvieren – in vielen Schweizer Firmen ist Französisch ein must…

Was empfehlen Sie unseren Studierenden, die auf Stellensuche sind? Ihr ultimativer Tipp?
FM: Traut Euch etwas zu und betrachtet jede Bewerbung als Chance, bei der man nur gewinnen kann. Nutzung der Angebote der HSG: CSC, HSG Talents Conference sowie die Möglichkeiten von Workshops / Unternehmenspräsentationen in unseren Studiengängen sowie den diversen Vereinen. Nutzt die Zeit an der HSG für das Netzwerken.

JE: Zu sich selber ehrlich sein und nicht den Sachen hinterherrennen, die gerade «in» sind. In Anbetracht der Tatsache, dass ich jetzt im Verkauf tätig bin, wurde ich oft gefragt, weswegen ich überhaupt studiert habe. Dann konnte ich voller Stolz antworten 1. hätte ich diese Stelle ohne Masterabschluss nicht gekriegt (Hilti nimmt nur noch Studierende mit Masterabschluss von der HSG und der ETH) 2. macht mir dieser vielfältige Job so viel Spass wie noch keiner davor (abgesehen davon ist Hilti auch der beste Arbeitgeber, den ich jemals hatte) und 3. muss jeder, der Führungsfunktion bei Hilti einnehmen möchte zuerst mindestens 1 Jahr im Aussendienst gewesen sein oder dies noch nachholen. Der Direktvertrieb ist die DNA von Hilti und da gibt es keine Ausnahmen.
An der HSG ein Masterstudium zu absolvieren war goldrichtig und womöglich die beste Entscheidung in meinem Leben (falls dies als ultimativer Tipp zählt 😉).

LL: Die Stelle zu suchen, welche Euch am meisten Freude bereitet. Ich hatte zwei weitere Angebote welche mehr Lohn boten aber ich habe mich aus Interesse für die jetzige Stelle entschieden. Es braucht auch ein bisschen Geduld, um die richtige Stelle zu finden und man sollte sich diese Zeit nehmen. Folglich würde ich auch früh auf Stellensuche gehen.

Besten Dank für das Interview! 

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Zur Autorin
Andrea Wirth ist Karriereberaterin an der Universität St.Gallen.

 

ÜBER DEN AUTHOR
Andrea Wirth

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Beraterin Student Career Services